9. und 10. Semester

Herzlich Willkommen im letzten richtigen studentischen Teil eures Studiums!

Hier erwarten euch zu 90% nur noch Präsenzveranstaltungen, was für den einen mehr Zeit als die vorherigen Semester abverlangen wird und für den anderen kaum einen Unterschied machen wird. Grob zusammengefasst haben lediglich die Eingangsblöcke in Reha (Q12), Umwelt/Onko (Q6) und das Seminar Palliativmedizin (Q13) keine Anwesenheitspflicht. (Letzteres ist jedoch wegen der guten Lehre sehr zu empfehlen.)

Die einzigen beiden Veranstaltungen die in diesen Semestern noch im wöchentlichen Vorlesungs-/Seminarstil stattfinden sind das Seminar klinische Pharmakologie und die klinisch-pathologische Fallkonferenz. In diesen kann man je nach Motivation und Dozent nochmal ein nettes Basiswissen für den klinischen Alltag aneignen. Bei den Abschlussprüfungen ist Pharma eindeutig die schwierigere Klausur und wird somit vermutlich der Höhepunkt eurer kurzen Klausurenphase des 9. Semesters sein. Für mich und die meisten Bekannten war es aber immer noch leichter als die Pharma-Klausur im 5. Semester.

Eine Besonderheit zwischen dem 9.&10. Semester sind die sogenannten Fächerübergreifenden Leistungen (FÜLs). Diese sollen als Vorbereitung zum 2. Staatsexamen dienen und sind auch Voraussetzung zur Teilnahme an diesem. Inhaltlich werden jeweils 3 Fächer in einer Prüfung zusammengefasst und gesamt werden 3 separate Prüfungen an einem einzigen Tag geschrieben. Informiert euch früh zu welchem Termin die FÜLs sein werden, damit diese nicht mit Famulaturen oder Urlauben kollidieren. Voraussetzung für Anmeldung zu den FÜLs ist ein abgeschlossenes 5. Studiensemester der Klinik (bzw. 9. Semester). Die FÜLs vorziehen oder auf mehrere Semesterferien aufteilen könnt ihr also nur, wenn ihr davor ein Pausensemester in der Klinik gemacht habt. Solltet ihr ein FÜL nicht bestehen, gibt es auch einen Nachholtermin noch vor dem nächsten M2. Praktisch für die FÜLs sind auch die Repetitorien davor. In manchen Fächern bringen sie viel in anderen weniger, aber zumindest für erstere kann es sich lohnen sich selbst reinzusetzen oder sich von Freunden Notizen zu besorgen.

Ein Großteil eures 9.&10. Semesters wird sich in den Blockpraktika abspielen. Diese unterscheiden sich je nach Fach, Dozent, Station und Klinik teilweise massiv in ihrer Qualität (Von versetzt werden bis bester Unterricht des Studiums ist alles dabei). Informiert euch bei Detailfragen am besten in euren oder höheren Semestergruppen. Grob zusammengefasst können euch in den Blockpraktika folgende Aufgaben erwarten:

  • Begleitung der Visiten, wobei man hier in aller Regel nichts „präsentieren“ muss
  • Begleitung bei Untersuchungen durch die Ärzte (Gyn, Uro, Sono, Herzkatheter) in Kleingruppen
  • Aufenthalt im OP
  • Aufarbeitung und Präsentieren von Patientenfällen, meist allein oder mit bis zu 2 Kollegen
  • Untersuchung von Patienten sowie Untersuchungskurse (z.B. durch die Perle)
  • Üben an Sonogeräten, Laparoskopiesimulatoren oder Ähnlichem
  • Üben mit Simulationspatienten, Rea-Puppen oder im Nahtkurs
  • Kleingruppenseminare durch die Stationsärzte

Zuletzt ist eine Krux der Blockpraktika noch die Anmeldung. Stand 2026 findet diese per StudOn statt, wobei die Anmeldung zu jedem Blockpraktikum an einem separaten Tag mit jeweils einer Stunde Chancengleichheit nach Anmeldestart für ein Losverfahren erfolgt. Dass man hierbei seine Wunschkombi an Blockpraktikaterminen bekommt, ist eher die Ausnahme. Manchmal kann es sogar sein, dass ihr an keinen Termin in der Vorlesungszeit kommt und nur noch welche in der vorlesungsfreien Zeit frei sind (dies betrifft vor allem die Blockpraktika des 9. Semesters). Wenn man dann in der vorlesungsfreien Zeit schon etwas wie eine Famu geplant hat, hat man dann meistens keine andere Wahl als auf einen Tauschpartner zu hoffen oder sogar eventuell das Blockpraktikum zu schieben. Eventuelle Lösungen zu diesem Problem sind, dass man versucht ein Blockpraktikum aus dem 10. Semester vorzuziehen oder das Blockpraktikum aus dem 9. Semester schon in der vorlesungsfreien Zeit nach dem 8. Semester gemacht hat. Wenn im 10. Semester die Teilnahme am M2 durch eine fehlgeschlagene Blockpraktikumsanmeldung gefährdet ist, sollte auch ein Apell an den jeweiligen Lehrstuhl möglich sein. Dass jemand wegen Blockpraktika Staatsexamen schieben musste, ist mir nicht bekannt.

Last but not least wird sich in eurem 10. Semester dann auch einiges um eure Vorbereitung zum 2. Staatsexamen drehen. Die meisten werden hierfür vermutlich den 100-Tage-Lernplan von Amboss oder ViaMedici verwenden. Bei vielen hat sich bewährt diesen schon etwas früher anzufangen (ca. November im WS oder Mai im SoSe), um zumindest ein paar Pausentage zu haben. Interessant zu diesem Plan ist auch, dass die Stoffmenge zu manchen Tagen sehr ungleich verteilt ist (Seiten wie Lernplan.net können euch bei der Einschätzung helfen) und es somit normal ist, dass man an manchen Tagen kaum fertig wird und an anderen mittags schon durch ist. Das positive am Ende ist dann immerhin, dass so gut wie alle, die den Plan durchhalten das M2 bestehen (Es soll wohl auch Menschen gegeben haben, die nur bis Tag 50 gekommen sind und trotzdem bestanden haben, also macht euch nicht zu viel Stress).

Zusammenfassung:

Diese Semester unterscheiden sich nochmal richtig von eurem bisherigen Studium. Ihr werdet endlich mit mehr Praxis konfrontiert sein und auch mal merken, wie die unterschiedlichen Fachbereiche so drauf sind. Auch wenn es an einigen Ecken manchmal hakt, hat das Studium hier nochmal echt Potential. Am Ende wartet die bislang größte schriftliche Prüfung eures Studiums, die dementsprechend auch fordern wird, aber euch auch nicht vom Arztwerden abhalten wird.

Alles Gute und viel Erfolg

SoSe26 Leonid Menz

WS 17/18 Alexander Kapp