Physikum geschafft, endlich in die Klinik eingewiesen
Ihr werdet gleich in der ersten Woche merken, dass hier ein etwas anderer Wind weht: ein ruhigerer. Für das erste klinische Semester gibt es eine Woche länger Ferien, in der normalen ersten Semesterwoche gibt es nur am Donnerstag einen Einführungstag, der jedoch vor allem Wechslern zu empfehlen ist.
Auch während des Semesters hat man, im Gegensatz zur Vorklinik, kaum Pflichtveranstaltungen, so dass man endlich, ganz im klassischen Sinn eines Studiums, selbst entscheiden kann, welche Veranstaltungen man besucht und welche nicht. Auf dem Stundenplan stehen auf jeden Fall einige.
Die Prüfungsphase kann dann allerdings, je nachdem wie sehr man sich nach der Physikums-Tortur unter dem Semester aufraffen konnte, nochmal sehr anstrengend werden, da in kurzer Zeit auf einmal in vielen Fächern viel Stoff gelernt werden muss. Wie in allen anderen Semestern wird man sich selbst sagen „hätte ich nur während des Semesters schon was gemacht…“. Spoiler: Man kann sich tatsächlich auch bis 2 Wochen vor Klausurenphase völlig am … … lassen und es kann trotzdem alles klappen :D.
ERLANGEN
Mikrobiologie:
Die Vorlesung besteht aus den beiden großen Feldern Bakteriologie und Virologie, sowie einem kurzen Abstecher in den Bereich Hygiene und am Anfang des Semesters einer Einführung in die Immunologie. Die Vorlesungen zur Bakteriologie stellen den größten Anteil dar und werden von Professor Bogdan gehalten. Zwischendurch übernimmt dann Professor Überla für die Virologie.
Aktuell wird die Vorlesung lediglich Präsenz angeboten.
Zum Lernen sind die Folien sehr hilfreich (diese sollte man für die Klausur gut können und verstanden haben). Falls jemand ergänzend ein Lehrbuch zum Nachlesen will, bietet sich die Duale Reihe Mikrobiologie an, wo sich fast alles aus der Vorlesung wiederfindet.
Die Prüfung am Ende besteht aus 40 Fragen (14 Virologie, 6 Hygiene und 20 Bakteriologie) und ist neben der Prüfung in Pharmakologie vermutlich die anspruchsvollste des Semesters, weshalb hier eine gute Vorbereitung unerlässlich ist. Es ist das typische „im Semester mitlernen‘-Fach, wenn man sich selbst einen Gefallen tun will. Das Bestehen der Klausur ist nicht mehr Voraussetzung für das Praktikum im 6. Semester, allerdings muss man dann die Klausur bestehen, um zur Prüfung über das Praktikum zugelassen zu werden. Dies könnte sich wohl aber zeitnah wieder ändern.
Pathologie:
Die Vorlesung wird den Themengebieten entsprechend von wechselnden Dozenten gehalten. Die Folien werden überwiegend auf StudOn hochgeladen, und auch hier finden sich Aufzeichnungen aus früheren Semestern im FAU Videoportal. Der Zeitplan, der auf StudOn hochgeladen wird, hilft einem strukturiert die Vorlesungen abzuarbeiten und auch online „dran zu bleiben“.
Zum Mikroskopierkurs werden aktuell einige Zoom-Meetings im Laufe des Semesters mit den entsprechenden Dozenten angeboten.
Ein mal wöchentlich hat man theoretisch Anwesenheitspflicht in einer Stunde Makro-Pathokurs, allerdings sieht sich das Institut hier in der Pflicht den Kurs so zu gestalten, dass man erscheinen möchte, weshalb hier üblicherweise keine Kontrolle erfolgt. Trotzdem: Give it a try!
Für die Klausur eignen sich die Folien leider kaum zum Lernen, da es unendlich viele Präsentationen mit unendlich vielen Folien sind (insgesamt über 3000 Folien!). Hier ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Stoff auseinanderzusetzen und in Erfahrung zu bringen, welche Schwerpunkte die Dozierenden in den letzten Semestern gelegt haben. Manche Dozenten*innen geben auch während des Semesters sehr eindeutige Hinweise – diese sollte man unbedingt notieren! Es ist lohnenswert den einzelnen Dozenten jeweils ein paar Vorlesungen lang eine Chance zu geben, grundsätzlich ist die Lehre in der Pathologie durchaus begeisternd!
Zusätzlich gibt es eine Mikroskopier-Prüfung, in der man in 30 Minuten auf dem iPad zehn Präparate (Organ (1 Punkt) und Diagnose (1 Punkte)) erkennen muss. Die Bilder sind überwiegend aus den VHB-Präparaten und folglich ist das online Mikroskopier-Tool und auch das Anki-Deck eine geeignete Vorbereitung. Es können aber auch ein bis zwei neue Bilder hinzukommen, die eine der besprochenen Erkrankungen zeigen, die man im Optimalfall dennoch erkennen sollte. Solange man die bekannten Bilder aber gut kann, sollte man die Klausur bestehen.
Sektionskurs:
Dieser Kurs ist freiwillig – wer teilnehmen möchte muss sich einfach über Campo in eine Gruppe eintragen. Man bekommt dann eine Woche zugeteilt, in der ein Gruppenmitglied früh um 7:00 Uhr am pathologischen Institut anruft, um zu fragen, ob eine Obduktion ansteht. Wenn man Glück hat, findet in der Woche tatsächlich eine statt und man kann einen Vormittag die Arbeit eines Pathologen bei einer Obduktion miterleben. Findet die Woche über keine Obduktion statt hat man zunächst leider Pech gehabt, kann sich aber ggf. erneut in eine nachfolgende Gruppe eintragen.
Pharmakologie:
In diesem Fach freuen sich alle, die auf ein solides physiologisches und biochemisches Fundament bauen können, da in der Vorlesung normalerweise erst die physiologische Funktionsweise erklärt und anschließend die Einflussmöglichkeiten der Medikamente dargestellt werden. Auch für etwaige folgende Famulaturen ist ein gutes Wissen in der Pharmakologie hilfreich und es empfiehlt sich, die Inhalte nachhaltig zu lernen, da sie in der Praxis wirklich relevant sind.
Im Forum könnt ihr Fragen zu den Inhalten der Vorlesung stellen.
Die Klausur ist nicht einfach, man sollte sich daher gut vorbereiten. Dann ist sie allerdings auch zu schaffen. Bei Nichtbestehen gibt es die Möglichkeit den zweiten Versuch am Ende der Semesterferien zu starten. Auch hier gilt: Das Bestehen der Klausur ist Voraussetzung für das Seminar im folgenden Semester.
So wie die Mikrobiologie ist auch die Pharmakologie ein „lieber mitlernen“-Fach.
Allgemeinmedizin:
Ein Fach, bei dem versucht wird, Lehre groß zu schreiben. Die Dozierenden bemühen sich, die Studierenden in ihren Vorlesungen einzubeziehen und zum Mitdenken anzustoßen.
Zu verschiedenen Themengebieten werden, immer schön evidenzbasiert, die Leitlinien der jeweiligen Thematik durchgearbeitet. Neben den Vorlesungsvideos der jeweiligen Woche auf StudOn gibt es eine Präsenz Fragestunde, die zum Teil auch via Zoom verfolgt werden kann (nicht alle Termine!). Bei dieser habt ihr die Möglichkeit, den Stoff der jeweiligen Woche mit den Dozierenden aufzuarbeiten und Fragen zu stellen. Für die Klausur kann es bei einzelnen Themen sinnhaft sein, sich den ein oder anderen Score detailliert anzusehen.
Epidemiologie und medizinische Biometrie (Q11, Teil 1):
In diesem Fach geht’s um Statistik und Zahlen, was dazu dient, Studien besser bewerten und interpretieren zu können. Außerdem können Grundkenntnisse in diesem Fach auch für das Verfassen einer eigenen Doktorarbeit hilfreich sein. Die Klausur ist letztlich gut machbar, die Übungen helfen allerdings beim Lernen einen Schwerpunkt zu setzen. Netterweise bietet der Lehrstuhl auch Altklausurfragen auf StudOn an.
Ein grundlegendes mathematisches Grundverständnis ist hier von Vorteil (man schafft es aber auch gut ohne ein Mathe-Genie zu sein, Taschenrechner ist erlaubt, meist nicht nötig).
Der Vorlesungsstoff wird als vertonte Vorlesung auf StudOn hochgeladen – die Vorlesung kann aber auch in Präsenz besucht werden. Zudem sind insgesamt 4 Übungen zu entsprechenden Fristen zu bearbeiten und auf StudOn hochzuladen, was Voraussetzung für die Teilnahme an der Klausur ist. Eine Bestehensgrenze gibt es in den Übungen nicht, allerdings müssen alle Aufgaben (sinnvoll) bearbeitet werden. Die Musterlösung und die häufig gemachten Fehler werden in Kleingruppen nachbesprochen, die Anwesenheit hier war freiwillig.
Die Inhalte dieser Übungen geben einem ein gutes Gefühl dafür, welcher Aufgabentyp in der Klausur gestellt wird. Meist sind aber die Klausurfragen um einiges einfacher! (Was auch fair ist, weil man für die Übungen ja das Vorlesungsmaterial verwenden kann.) Arbeitet man diese Übungen gewissenhaft und sorgfältig durch, ist schon einmal ein guter Grundbaustein für das erfolgreiche Abschließen des Kurses gelegt.
Notfallmedizin (Q4):
Ein Querschnittsfach, in dem wechselnde Dozentinnen die Grundlagen der Notfallmedizin in verschiedenen Fachrichtungen und die Organisation des Rettungsdiensts vorstellen. Als Grundlage beginnen die Anästhesistinnen, da diese auch die Notfallmediziner des Krankenhauses stellen, mit den wichtigsten Fakten zur (erweiterten und professionellen) Reanimation. Außerdem besetzen die Anästhesist*innen in Erlangen den NEF und vermitteln für Nicht-Rettungsdiensterfahrene einen Einblick in die präklinische Notfallrettung. Auch andere Fachbereiche (Pädiatrie, Orthopädie, Gynäkologie, … ) werden aus notfallmedizinischer Sicht betrachtet.
Die Prüfung zu dieser Ringvorlesung findet im mündlichen Format statt. Geprüft wird in 4er-Gruppen und die Prüfungsathmosphäre ist in der Regel sehr angenehm. Um durchzufallen, muss wirklich alles schief gehen. Um jedoch eine gute Note zu erlangen muss man schon recht detaillierte Fragen beantworten können. (x)ABCDE-Schema ist absolutes minimum!
Auch wenn diese Vorlesung zu unbeliebter Zeit Freitag mittag stattfindet, sollte sich jeder an die Nase fassen und Fragen:
Wie unfassbar peinlich wäre es, als Medizinstudierender im 5. Semester in einen Notfall zu kommen und keine Ahnung zu haben, was zu tun ist?
Prävention (Q10):
Hier werden querbeet präventive Maßnahmen aus verschiedenen Fachrichtungen erklärt. Die Vorlesung findet ausschließlich in Präsenz statt.
Die Klausur ist mit etwas gesundem Menschenverstand und den Folien gut zu schaffen.
Gesundheitsökonomie (Q3):
Hier geht es unter anderem um Wirtschaft, soziale Strukturen und das Krankenversicherungssystem. Auch diese Klausur ist mit den Vorlesungsfolien und einer Prise Allgemeinbildung gut zu meistern.
Bildgebung, Strahlenbehandlung und Strahlenschutz (Q11 Teil 1: Praktikum und Begleitvorlesung)
Dieses Fach beginnt mit der Begleitvorlesung mit Themen rund um CT, MRT, Röntgen und Strahlentherapie. Nach ca. 5 Wochen findet dann stattdessen das Praktikum statt, welches 6 Termine in Kleingruppen umfasst. Hier geht es hauptsächlich darum, einen Einblick in dieses Fach zu bekommen. Ein Plan wann man wo sein muss, ob Themen online vorbereitet werden müssen oder ein Kittel mitzubringen ist, ist auf StudOn zu finden. Die Klausur folgt am Anfang des 6. Semesters nach einem einwöchigem Eingangsblock. Bildgebung ist auf keinen Fall ein Fach, wegen dem man sich allzu sehr stressen sollte.
Julian Espenberger WS 17/18
Update Corona Sophie v. Rohr WS 20/21
Update Post-Corona Luis Lauter WS 21/22
Update Post-Corona Nadja Platzer WS 23/24
Update Julijana Puric SoSe 24
Update Carlos Santamaria WS 25/26
BAYREUTH
Mikrobiologie
Vorlesung: s. oben
Vorlesung: s. oben
Praktikum: Das Praktikum findet im Gebäude der Mikrobiologie
statt und umfasst 12 Präsenztermine (7x Mikrobiologie, 2x
Hygiene, 3x Virologie). An diesen bearbeitet ihr die Versuche aus
dem Kursskript (wird ausgeteilt). Dabei lernt ihr unter anderem,
Bakterien mithilfe der Gram-Färbung mikroskopisch sichtbar zu
machen, Erreger auf Agarplatten anhand von Aussehen und
Geruch zu identifizieren sowie Antibiotikaresistenzen
nachzuweisen.
Im Gegensatz zur Biochemie ist das Praktikum straff und gut
organisiert – eine gute Vorbereitung lohnt sich daher.
Zusätzlich gibt es freiwillige Online-Übungen, die sich gut zur
Vertiefung eignen. In der Woche vor der Prüfung findet abends ein
ein- bis zweimaliges Repetitorium statt, in dem – je nach Dozent*in
– Fragen geklärt oder wichtige Inhalte wiederholt werden. Das ist
eine gute Gelegenheit, letzte Unklarheiten zu beseitigen.
Die Prüfung über das Praktikum findet an einem anderen Tag als
die Vorlesungsklausur statt. Hier müsst ihr 20-25 MC-Fragen an
einem iPad beantworten. Es kommen teilweise auch Bildfragen vor.
Im Großen und Ganzen überschneiden sich die Themen aus
Vorlesung und Praktikum. Jedoch ist eine gute Vorbereitung auf
jeden Fall notwendig, denn leider kommen ab und zu auch mal
unerwartet schwere Fragen dran.
Pharmakologie
Vorlesung: s. oben
Seminar: Jeden Donnerstag von 16 – 19 Uhr sitzt man in Gruppen
mit ca. 15 Studierenden und 2 Tutor*innen in Seminarräumen
zusammen und bearbeitet verschiedene Medikamentengruppen.
Im Wintersemester ist die Zeit zwar schon knapp, im Sommer
jedoch noch viel kürzer. Hier sollte man sich definitiv vorbereiten,
da am Anfang des Seminars in der Regel eine kurze Abfrage zum
Thema der vergangenen Woche ansteht und die aktuellen Themen
anschließend gemeinsam erarbeitet werden. Kontinuierliches
Mitlernen während des Semesters ist hier besonders hilfreich, da
die Klausurenphase sehr eng getaktet ist.
Die Praktikumsklausur findet für euch nach einer kleinen Pause
direkt im Anschluss an die Vorlesungsklausur statt. Sie enthält
Freitextfragen sowie Aufgaben zum Beschriften von Tabellen oder
Schaubildern. Wenn ihr in den Seminaren gut mitgearbeitet und
euch auch auf die Vorlesungsklausur ausführlich vorbereitet habt,
ist die Seminarklausur gut machbar, denn die meisten
Medikamentengruppen überschneiden sich.
Klinische Chemie, Transfusionsmedizin
Lasst euch hier vom Namen der Veranstaltung nicht abschrecken,
so kompliziert, wie es wirken mag, ist es gar nicht. Die Fächer
Transfusionsmedizin und Hämostaseologie, Hämatologie und
klinische Chemie und Labormedizin teilen sich die Vorlesungs- und
Praktikumstermine untereinander auf und am Schluss gibt es eine
Klausur, die ebenfalls aus den drei Fächern besteht.
Es gibt jeweils vier Vorlesungen zu ausgewählten Themen und
passend dazu je zwei Praktikumstermine pro Fach. Dort könnt ihr
dann euer frisch erlerntes Wissen nach einer Einführung gleich
anwenden.
Die Klausur besteht wie so oft aus MC-Fragen. Man beginnt mit 10
schnellen Bildfragen, danach kommt der bekannte Vorlesungsstoff.
Für die meisten ist diese Klausur kein Problem, sodass man
teilweise schon früher nachhause kann.
Epidemiologie
- oben
Humangenetik
Auch für dieses Fach werden Vorlesung und Übung in einem
Semester kombiniert. Die ausführlichen Vorlesungsfolien und
-videos werden bei StudOn nach und nach hochgeladen, so kann
man sich alles im eigenen Rhythmus anschauen. Für die fünf
Praktikumstermine ist jedoch Anwesenheit vor Ort erforderlich. In
Gruppen werden euch dabei die Grundlagen der
humangenetischen Arbeit vermittelt. Die Klausur ist mit 45 MCFragen
etwas umfangreicher als gewohnt, aber dennoch gut
machbar mithilfe der Vorlesungen oder Zusammenfassungen
anderer Studierender.
Medizinische Informatik
Ein Fach, das bei vielen Studierenden auf eher geringes Interesse
stößt, weil sich nicht viele mit diesen Inhalten über das private EMail-
Konto und Social Media hinaus beschäftigen wollen.
Die Vorlesungsinhalte sind sehr übersichtlich im StudOn Ordner zu
finden, genauso wie die zu absolvierenden vier Übungen, die an
vier Terminen im Semester freigeschaltet werden. Diese Übungen
sind zwar relativ zeitintensiv (ca. 2h), lohnen sich aber sehr, da man
damit bis zu zwei Bonuspunkte für die Klausur erarbeiten kann.
Diese werden allerdings nur angerechnet, wenn die Klausur
bestanden wurde – sie verbessern also ausschließlich die Note.
Die Klausur besteht aus 20 MC Fragen und ist gut machbar mit
den Vorlesungen oder den Zusammenfassungen anderer
Studierender.
Anna-Lena (WS 21/22)
Überarbeitet von Nadja Platzer (WS 23/24)
Update WS25/26 Hannah Kölbl

